Tagungsprogramm

Freitag, 26. November 2021

Gesamtmoderation: Handan Kaymak, Prozessbegleiterin und Beraterin in der diversitätsorientierten Organisationsentwicklung, Mediatorin, Zürich

Prasanna Oommen, Moderatorin, Autorin, Kommunikationsberaterin, Köln

Musikalischer Beitrag von Linda-Philomène Tsoungui: some call it shiver, some call it rage

Das Tagungsprogramm umfasst sowohl Programmpunkte, die im Livestream öffentlich gezeigt werden, als auch Workshops, für die eine Voranmeldung notwendig ist. Die Teilnahmezahl zu den Workshops ist begrenzt.

Änderungen vorbehalten.

gelb = im öffentlichen Livestream
grün = nur nach vorheriger Anmeldung

Zukunft planen

10:00
-
10:30

Diversität als Zukunftsfaktor

Das 360°-Positionspapier und Ausblick auf den Tag

im Livestream

Im Mai wurde aus dem Programm 360° das Positionspapier „Diversität als Zukunftsfaktor“ mit Handlungsempfehlungen für mehr Diversität in Kulturinstitutionen veröffentlicht. Die Moderatorinnen stellen das Papier vor. Anschließend geben die Leiter*innen der Zukunftswerkstätten einen Einblick in die Fokusthemen ihrer Programmpunkte.

 

Einführung in die Zukunftswerkstätten:

Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins

Barbara Neundlinger, Geschäftsführende Direktorin der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V.

Dietmar Osses, Sprecher des Arbeitskreises Migration im Deutschen Museumsbund

Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin des Deutschen Bühnenvereins

ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN, ZWISCHENBERICHTE AUS DEN ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN UND OFFENE GESPRÄCHSRUNDE | parallel

Die Zwischenberichte finden öffentlich im Livestream statt. Die offene Gesprächsrunde ist für alle, die sich für die Tagung registriert haben, zugänglich. Für die vier parallelen Zukunftswerkstätten ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Die Anmeldung zur Zukunftswerkstatt ist nur möglich nach der Registrierung zur Tagung. Falls Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das hier tun. Wenn Sie bereits zur Tagung registriert sind, finden Sie den Link zur Anmeldung für die Zukunftswerkstatt in Ihrer E-Mail mit der Registrierungsbestätigung.

ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN

10:30
-
13:00

Fokus Bibliothek

Auf die Plätze, fertig, Diversität? Über Anspruch, Realität und strukturelle Erfordernisse

In Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband

in Breakout Rooms

Diversität ist zurzeit im Trend: In allen Bereichen der Gesellschaft wollen Einrichtungen zeigen, dass sie Diversität leben. Manche von ihnen starten die Reise aus einem Selbstverständnis heraus, dass man schon sehr divers sei und es nun noch um kleine Korrekturen geht. Es werden Projekte mit verschiedenen Zielgruppen initiiert, mehrsprachige Angebote entwickelt, Veranstaltungen mit Migrant*innenvereinen anlässlich der Pride Week oder den Inklusionstagen durchgeführt. Aber ist das genug?

In der Auseinandersetzung mit dem Thema wird klar, dass es um wesentlich mehr geht. Nicht die Projekt- oder Veranstaltungsidee darf am Anfang stehen, es braucht zuerst die Entwicklung einer diskriminierungskritischen Haltung. Sie hilft dabei, die Perspektive zu wechseln, Ausschlüsse zu erkennen und die Strukturen so umzubauen, dass aus ihnen heraus Diversität erwächst. Diversitätsentwicklung ist eine Reise, die Diskriminierungskritik der Kompass, der die Richtung zeigt.

In der gemeinsamen Zukunftswerkstatt der dbv-Kommission Bibliotheken und Diversität und der 360°-Bibliotheksagent*innen wird das Programm 360° und die Reise vorgestellt, die in acht Bibliotheken begonnen wurde. An konkreten Beispielen aus den fünf „P“-Bereichen Prozess, Personal, Programm, Publikum und Partnerschaften veranschaulichen die Agent*innen an ausgewählten Beispielen, wohin der Weg führen und wie ein Annäherungsprozess an das Thema aussehen kann. Im zweiten Teil des Workshops geht es dann darum, von Ihnen zu erfahren, was Sie brauchen, um sich ebenfalls auf die Reise begeben zu können. Ihre Anregungen werden auch die neu gegründete dbv-Kommission Bibliotheken und Diversität auf ihrem weiteren Weg begleiten.

Moderatorinnen:

  • Caroline Morfeld, Mobiles Beratungsteam Berlin – für Demokratieentwicklung
  • Maren Goll, Mobiles Beratungsteam Berlin – für Demokratieentwicklung

Impulsreferat:

dbv-Kommission Bibliotheken und Diversität:

  • Irini Courzakis, stellvertretende Referatsleiterin des Referats Fachlektorate der Abteilung Öffentliche Zentralbibliothek und Teamleitung der Geistes- und Sozialwissenschaften, Mit-Koordinatorin der Fachgruppe inklusive Angebote des VÖBB, Zentral- und Landesbibliothek Berlin
  • Heike Schmidt, Diplom-Bibliothekarin am ZB MED Informationszentrum Lebenswissenschaften, Köln
  • Miriam Schmidt, Bibliothekspädagogin an der Stadtbibliothek Magdeburg
  • Silke Schumann, Leiterin der Stadtteilbibliothek Gallus und Expertin für interkulturelle Bibliotheksarbeit, Stadtbücherei Frankfurt am Main
  • Anne Sieberns, Leiterin der Bibliothek des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Berlin
  • Barbara Schleihagen, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Bibliotheksverbands e. V. (dbv)

Agentinnen des Programms 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft

  • Denise Farag, 360°-Agentin an der Stadtbibliothek Heilbronn
  • Julia Hauck, 360°-Agentin an der Ernst-Abbe-Bücherei Jena
  • Sarah Hergenröther, 360°-Agentin an der Münchner Stadtbibliothek
  • Leslie Kuo, 360°-Agentin an der Stadtbibliothek Pankow, Berlin
  • Sylvia Linneberg, 360°-Agentin bei den Bücherhallen Hamburg
  • Anni Steinhagen, 360°-Agentin an der Stadtbibliothek der Hansestadt Wismar
  • Danilo Vetter, Leiter der Stadtbibliothek Pankow, Berlin

10:30
-
13:00

Fokus Museum

Zwischen Erinnerungskultur und Gegenwartsdiskurs:
Dimensionen von Diversität im Museumskontext nachhaltig angehen

In Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund

in Breakout Rooms

Deutschland ist ein Einwanderungsland – und das schon seit vielen Jahrzehnten und mit unterschiedlichen Konjunkturen. Migrant*innen und die ihnen nachfolgenden Generationen prägen die Diversität und Vielfalt der Gesellschaft in Deutschland.

Museen als wichtige Orte der gesellschaftlichen Diskussion und Institutionen der Erinnerungskultur stellen sich zunehmend auf die neuen und vielseitigen Perspektiven der Stadtgesellschaft und der ländlichen Regionen ein. Der ermutigende Schwung vieler kleiner Schritte wird jedoch oft von der Komplexität der Institutionen oder der Verzagtheit von Entscheider*innen gebremst. Wie kann es gelingen, die schnellen Erfolge von Projekten in nachhaltige Strategien für den Wandel zu transformieren? Wie können Museen dem Anspruch gerecht werden, dass ihre Entscheidungsgremien wie auch Publikumsstrukturen die Diversität der Gesellschaft reflektieren? Welche Programmgestaltung ist angemessen und wie kann sie umgesetzt werden? In welcher Form können Partizipationsprozesse und Multiperspektivität realisiert werden?

Die diversitätsorientierte Öffnung von Museen ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche der musealen Arbeit betrifft: von der Sammlungsarbeit – dem Alleinstellungsmerkmal der Museen – über Ausstellungen, Programmgestaltung sowie Vermittlung und Kommunikation bis hin zur Personalentwicklung.

Nach einem Einführungsvortrag mit Diskussion sollen in vier Arbeitsgruppen Strategien entwickelt werden, mithilfe derer sich die Diversität unserer Gesellschaft nachhaltig in den Inhalten und in den Strukturen der Museen wiederfinden kann.

Input: Anna Greve, Direktorin des Focke-Museums, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Bremen

Arbeitsgruppen:

1. Personal

  • Input: Sarah Metzler, Leiterin der Geschäftsstelle, Landesverband der Museen zu Berlin e. V., Berlin
  • Moderation: Jennifer Smailes, 360°-Agentin an der Kunsthalle Bremen

2. Programm

  • Input: Anna Haut, wissenschaftliche Leiterin des Museums Friedland
  • Moderation: Dietmar Osses, Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum; Sprecher des Arbeitskreises Migration im Deutschen Museumsbund

3. Publikum

  • Input: Bora Akşen, Kurator für Medien und Stadtlabor, Focke-Museum, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Bremen; Stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Migration im Deutschen Museumsbund
  • Moderation: Magdalena Hülscher, 360°-Agentin am Kleist Museum, Frankfurt (Oder)

4. Sammeln

  • Input: Anne Mahn, Kuratorin für Sonderausstellungen, TECHNOSEUM, Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim
  • Moderation: Markus Speidel, Leiter Fachabteilung Populär- und Alltagskultur, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart

10:30
-
13:00

Fokus Theater

Quote Vadis!? Die Quote als notwendiges Instrument der Transformation zur Repräsentation der diversen Gesellschaft am Theater

In Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein

in Breakout Rooms

Die Erfahrungen aus der Gleichstellung zeigen: Ungleichheitsverhältnisse, im Gesellschaftlichen wie im Beruflichen, bauen sich nicht von selbst ab, sondern es braucht eine aktive politische Regulierung und Steuerung. Potential entfaltet das Instrument der Quote, wenn es gelingt, sie als Gestaltungsmöglichkeit zu begreifen, um Wege und Möglichkeiten für eine reale und gerechte Abbildung der deutschen Gesellschaft in ihren Kulturbetrieben zu erkennen und langfristig zu verankern. Auf diese Weise eröffnen sich neue Spielräume auf dem Weg zu selbstverständlichen paritätischen Strukturen an den deutschen Theatern und Orchestern.

Die Zukunftswerkstatt Theater widmet sich in vier Arbeitsgruppen der Frage nach den realen Umsetzungsmöglichkeiten einer Quotierung in den Bereichen Programm, Publikum, Personal sowie Nachhaltigkeit. Dabei werden die Arbeitsgruppen mit einem Team aus Agent*innen für Diversität und Vertreter*innen aus der Theater- und Orchesterpraxis oder der Kulturpolitik besetzt sein.

Der Deutsche Bühnenverein verfolgt das Ziel, mit der Expertise der Agent*innen des 360°-Programms und den Teilnehmenden der Werkstätten Erkenntnisse zu generieren. Diese sollen in einer „Handlungsempfehlung Diversität“ (Arbeitstitel) münden, um die Themen und Ziele des Programms über die daran teilnehmenden Häuser hinaus in die breite Mitgliedschaft des Verbandes zu tragen.

Impuls: Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Theatertreffens der Berliner Festspiele

Mitwirkende der 4 Werkstätten:

Personal: Guy Dermosessian, 360°-Agent am Düsseldorfer Schauspielhaus
Tessa Beecken, kaufmännische Direktorin des Theaters der Stadt Freiburg
Programm: Ella Steinmann, 360°-Agentin am Theater Oberhausen
Hasko Weber, Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar
Publikum: Karsten Wiegand, Intendant des Staatstheater Darmstadt,
Mohammed Ghunaim (Ziko), 360°-Agentin am Thalia Theater, Hamburg
Vernetzung: Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Stadt Dresden
Ferdaouss Adda, 360°-Agentin am Theater Bremen

Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins

10:30
-
13:00

Fokus Kulturpolitik

Keine Vielfalt ohne Verpflichtungen. Anforderungen für eine diversitätsorientierte Kulturpolitik

In Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

in Breakout Rooms

Die Diversität in und von Kulturorganisationen lässt sich nur durch tiefgreifende, strukturelle Reformen verbessern. Es braucht dafür eine nachhaltige Neubestimmung von Macht, Funktionsverständnissen und Deutungshoheit, die allerdings von vielen Führungskräften aus
Angst vor Status- bzw. Kontrollverlust abgeblockt wird. Deshalb wird zunehmend darüber diskutiert, ob sich die Vielfalt durch konkrete kulturpolitische Forderungen und entsprechende Verpflichtungen von außen steigern lässt. Dieser Logik nach braucht es einen Dialog zwischen Kulturverwaltung, Kulturpolitik und Kultureinrichtungen mit einer Definition von Ziel- und Entwicklungsperspektiven.
In der Zukunftswerkstatt stellen wir uns deshalb die Frage, welche kulturpolitischen Anreize, Förderungen und Unterstützungsleistungen notwendig sind, um die nachhaltige Diversifizierung der Kulturpraxis möglich zu machen oder zu stärken. Daran anknüpfend scheint es nicht mehr ausreichend zu sein, mit den noch vorhandenen finanziellen Mitteln alleine Inhalte zu fördern. Es braucht hier einen Paradigmenwechsel – hin zu einer Qualifizierung der kulturellen Infrastrukturen durch Kompetenzentwicklung, Beratung, Coaching und Vernetzungsleistungen.

Mitwirkende:

Nur Bakkar, Referentin des Kompetenzzentrums Kulturelle Bildung und Vermittlung Baden-Württemberg
Hendrikje Brüning, 360°-Agentin am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Maximilian Dorner, Kulturreferat der Stadt München
Anna Greve, Direktorin des Focke-Museums, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Anja Junghans, 360°-Agentin am LWL-Industriemuseum Henrichshütte
Ivana Pilić, Freie Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin, Wien, Österreich
Jens Scheider, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt KultMIX – Kulturproduktion in der Migrationsgesellschaft Universität Osnabrück/IMIS

sowie:

Henning Mohr, Leiter, Svenja Reiner, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V., Bonn
Barbara Neundlinger, Geschäftsführerin bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V., Bonn

11:30
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11:40

Zwischenbericht aus den Zukunftswerkstätten

Im Livestream

Sou-Yen Kim, Journalistin, Diversity-Trainerin und Moderatorin des 360°-Podcasts KulturDivers, berichtet schlaglichtartig live aus den Zukunftswerkstätten.

12:30
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12:40

Zwischenbericht aus den Zukunftswerkstätten

Im Livestream

Sou-Yen Kim, Journalistin, Diversity-Trainerin und Moderatorin des 360°-Podcasts KulturDivers, berichtet schlaglichtartig live aus den Zukunftswerkstätten.

10:30
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12:00

Offene Gesprächsrunde zum Programm 360°

via Videokonferenz

In der offenen Gesprächsrunde können Sie Ihre Fragen und Anmerkungen an Christoph Emminghaus vom Evaluationsteam von Syspons und die Programmleiterin von 360°, Anna Zosik, loswerden und miteinander ins Gespräch kommen.

13:00
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13:30

Mittagspause und Bürogymnastik

Im Livestream

Kontaktaufnahme. Zurück in den Körper.

Mit Heiko Kalmbach, Künstler, Lehrender, Expressive Arts in Transition Trainer

13:30
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14:30

Präsentation der Ergebnisse aus den Werkstätten mit anschließender Diskussion und Fazit

Im Livestream